Am vergangenen Sonnabend veröffentlichte die sozialistische Tageszeitung Neues Deutschland einen zuvor in der Mitlgiederzeitschrift der LINKEN “Disput” veröffentlichten Beitrag des LINKEN-Vorsitzenden, Prof. Dr. Lothar Bisky. An dieser Stelle soll der Text verlinkt werden. Meiner Meinung nach, sollten sich viele der ProtagonistInnen diese Zeilen zu Herzen nehmen. In dem Text heißt es unter anderem:
“Das Eigentümliche von gegenwärtigen Denunziationen besteht in der Tatsache, dass dem Wesen ideologischer oder politischer Denunziation die Abweichungsvermutung unterstellt ist, eine Abweichung von der vermeintlich richtigen »Linie« sei gegeben. Nun gibt es gerade in pluralen Parteien keine eindeutige Linie, von der man Millimeterabweichungen messbar nachweisen könnte. So wird denn von einer mutmaßlichen Abweichung als einer vermuteten scharfen Trennlinie ausgegangen – ein absurder Vorgang.
Vergleichbar ist er mit der Manipulationserwartung gegenüber Massenmedien. Gerade unter Linken ist der Manipulationsverdacht gegenüber Medien weit verbreitet, und das nicht selten berechtigt. Zugleich wird alles, was Medien berichten, für bare Münze genommen. So nimmt man gerade Äußerungen anderer Linker, die direkt oder indirekt oder gewissermaßen als Metaäußerungen oft aus jeglichen Zusammenhängen gerissen sind, wie empirische Beweise. So mutiert die Manipulationserwartung überraschend zur Beweislast.
Wer sich sorgfältig mit den zahlreichen Revisionsverfahren nach der Wende befasst, kann studieren, wie aus Zusammenhängen gerissene Äußerungen zur Knetmasse von Parteirepressionen geformt worden sind. “
Den vollständigen Text kann man an dieser Stelle lesen: Neues Deutschland
